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Kaule e.V. - Gesellschaft für sozial nachhaltige Agrar-Projekte


Kaule e.V. - Gesellschaft für sozial nachhaltige Agrar-Projekte
Patrick Joisten (Vorsitzender), Alina Schick (Stellv. Vorsitzende und Projektkoordinatorin), Aurelia Herder (Stellv. Vorsitzende und Verantwortung Finanzen)
Buchholzstr. 38
51061 Köln
0178-8389371 begin_of_the_skype_highlighting 0178-8389371 end_of_the_skype_highlighting (Patrick Joisten) ; 0221-2788517 begin_of_the_skype_highlighting 0221-2788517 end_of_the_skype_highlighting
0221-2788517
kaule-ev@web.de
www.kaule-ev.org








Spendenkonto
1014296014, BLZ 350 601 90, KD-Bank eG



Gruendungsjahr
2007

Mitgliederzahl
35

Vorstand
Patrick Joisten, Vorsitzender

Alina Schick, Stellv.Vorsitzende und Projektkoordinatorin

Aurelia Herder, Stellv. Vorsitzende und Verantwortung Finanzen

Ziele
Das Ziel ist die Unterstützung von sozial nachhaltigen Agrarprojekten in Entwicklungsländern. Der Verein bezieht sich hierbei übergreifend auf die sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekte solcher Projekte.

Nachhaltigkeit bezieht sich auf die Bewahrung von Ressourcen, um den Erhalt eines Systems zum Nutzen nachfolgender Generationen zu gewährleisten. In diesem Sinne wird den teilnehmenden Landwirten Material und Wissen (Training) bereitgestellt, das sie auch an Nachbarn und umliegende Gemeinden weitergeben sollen.

Die Unterstützung durch den Verein erfolgt in Form von Förderung der Maßnahmen vor Ort und durch Informations- und Aufklärungsarbeit sowie Spendensammlungen in Deutschland.
Schließlich profitiert neben den Landwirten auch die Forschungs- und Entwicklungsarbeit von den Projekten. Seit Beginn des Engagements wird eng mit einheimischen Wissenschaftlern und Fachkräften zusammen gearbeitet und Wert auf eine wissenschaftliche Dokumentierung der Arbeit gelegt, die in Form von Publikationen veröffentlicht wird. Dadurch sollen Erfahrung auch überregional Verwendung finden. Das Engagement wird langfristig als Hilfe zur Selbsthilfe verstanden mit dem Ziel, dass regional in Zukunft selbständig nachhaltigere Landwirtschaft betrieben werden kann.

Schwerpunkte
Landwirtschaftliche Projekte

Projekte
Pilotprojekt: Agroforstwirtschaft - Training und Unterstützung für Landwirte zum Umbau von landwirtschaftlichen Nutzflächen in Kaule, Nepal

Das Projekt in Kaule, Nepal wird durch den Verein sowohl finanziell als auch tatkräftig unterstützt.

1. Projektbeschreibung
Kaule liegt im Okharpuwa Verwaltungsdistrikt in Nepal, an der Grenze des Kathmandu Bezirks. Landwirtschaftlicher Pflanzenbau findet hier üblicherweise auf an den Hängen angelegten Terrassen statt. Die künstlich angelegten Terrassen sind klein und bieten daher nur einer geringen Anzahl von Nutzpflanzen Raum. Übliche Kulturpflanzen sind Mais, Hirse und Reis. Solche Terrassen werden häufig durch die Umlenkung von natürlichen Wasserläufen bewässert.

Der Terrassenanbau in seiner jetzigen Form führt zu ernsthaften ökologischen Problemen. Erosion, Wasserverschmutzung und ein Rückgang der botanischen und zoologischen Vielfalt stellen eine Gefährdung für die natürliche Umwelt der Hügellandschaften um Kathmandu dar.

Wirtschaftlich betrachtet sind die Ernteerträge durch die geringe Größe der Terrassen begrenzt und erfüllen kaum ihren Zweck als Haupteinkommensquelle der Landwirte. Das Fehlen einer ausgewogenen Fruchtfolge bewirkt außerdem, dass die angebauten Kulturen, und damit die Existenzgrundlage der Landwirte, anfälliger für den Befall durch Schädlinge und spezifische Fruchtfolgekrankheiten sind und auch natürlichen Umweltbedingungen, wie etwa starkem Unwetter oder Dürre weniger entgegen setzen können. Ausserdem werden die Böden durch die momentane Form der Landwirtschaft ausgelaugt, so dass die Erträge mehr und mehr zurück gehen.

Die traditionelle Landwirtschaft ist körperlich hart und erfordert einen großen Zeitaufwand, da fast keine moderne Technik eingesetzt wird. Dennoch sichern die Erträge nur knapp die Grundbedürfnisse der Menschen. Für eine hinreichende Gesundheitsvorsorge, Weiterbildung oder gar eine höhere Bildung ihrer Kinder fehlen den Familien in der Regel die finanziellen Mittel.

Projektbeginn: Die erste Etappe
Im Jahr 1994 bot eine heute namentlich nicht mehr bekannte Organisation den Landwirten von Kaule Material und Schulungen an, die es ihnen ermöglichen sollten, von ihrer bisherigen Landwirtschaft zur so genannten Agroforstwirtschaft (AF) überzuwechseln, einem alternativen Anbausystem, das auf regionalspezifische Mischkulturen basiert.

AF war für die Landwirte neu und unbekannt, und sie empfanden es als schwierig, die Vorteile eines Projekts zu erkennen, das einer Umstellungsphase von mindestens drei Jahren bedarf. So verließen die meisten der zunächst zehn interessierten Familien das Projekt, da ihr Einkommen in dieser Zeit nicht gesichert war. Dieses Risiko ließ sich seinerzeit leider nicht auffangen. Nur ein Landwirt, Jas Ram Mogdan, und seine Familie hielten durch, bis das neue System autark lief. Dieser betreibt bis heute AF und hat mittlerweile ein deutlich höheres Einkommen als seine Nachbarn, die den derzeitigen subsistenzwirtschaftlichen Landbau betreiben. Die Erträge ermöglichen nicht nur eine weitgehende Eigenversorgung einschließlich Tierfutterproduktion, sondern auch ein Universitätsstudium der ältesten Tochter in Kathmandu.

Das Prinzip ?Agroforstwirtschaft?
Bei der AF handelt es sich um eine Form gemischter Landnutzung, bei der einjährige Ackerkulturen / landwirtschaftliche Nutzpflanzen mit mehrjährigen Baumkulturen kombiniert werden. Auf einem AF Betrieb werden eine Vielfalt an Pflanzenarten in räumlicher oder zeitlicher Anordnung verknüpft. Darunter befinden sich, je nach AF-System, Nahrungspflanzen, Heilpflanzen und Pflanzen, die zu Einkommensgenerierung verwendet werden, in Kombination mit verschiedenen Baumarten.

Das AF Gebiet erscheint auf den ersten Blick wie ein Urwald. Doch es handelt sich dabei nicht um unkontrollierten Wildwuchs, sondern vielmehr um ein ausbalanciertes System, in dem Pflanzen vergesellschaftet werden, die gegenseitige Wachstum fördern und verstärken. So werden beispielsweise Pflanzen, die in der Lage sind, Stickstoff aus der Luft zu binden, neben Pflanzen angebaut, die dies nicht können, aber eine höhere Stickstoffkonzentration für eine optimale Entwicklung benötigen.

Die AF Methode unterstützt außerdem ein ausgewogenes Verhältnis von Flora und Fauna. Denn eine Erhöhung der Pflanzenvielfalt zieht mehr Tierarten an, wie z.B. Insekten, Vögel und Nagetiere. Zusätzlich werden Fischteiche an verschiedenen Stellen in das System integriert, die den Menschen eine weitere Nahrungsergänzung bieten. Tierischer Dung (z.B. von Büffeln und Ziegen) wird an Stelle von künstlichen Düngemitteln verwendet. AF schafft ein wesentlich stabileres, unabhängigeres und nachhaltigeres Ökosystem als der momentan kultivierte subsistenzwirtschaftliche Terrassenanbau.

Wirtschaftlich gesehen führt die Vielfalt der angebauten Nutzpflanzen mit ihren unterschiedlichen Reifezeiten zu einer erweiterten Erntesaison für die Landwirte, was ihre Einkommenssituation zusätzlich stabilisiert.

Zukunftsperspektive: Die nächsten Schritte
Die Landwirte, die heute den Erfolg ihres Nachbarn Jas Ram Mogdan sehen sind sehr motiviert, diese Methode künftig ebenfalls anzuwenden. Derzeit nehmen fünfzehn Landwirte mit zusammen 3,5 ha Land an dem Projekt teil. Dazu haben sie Materialien und Schulungen erhalten, die ihnen durch unseren Verein und die lokalen Kooperationspartner zur Verfügung gestellt wurden. Ziel ist es langfristig weitere Landwirte in benachbarten Gebieten für die neue Agrarwirtschaftsmethode zu gewinnen. Die derzeitigen Projektteilnehmer sollen dabei nicht nur als Vorbild dienen, sondern ihre Kenntnisse und Erfahrungen aktiv weitergeben.

Arbeit in Deutschland
Über die Situation und Entwicklung in Kaule wird regelmäßig durch Vorträge und durch die Vereinswebseite informiert.

Der Verein trifft sich jeden ersten Donnerstag im Monat zu einem offenen Stammtisch in Köln. Gäste sind hierzu ausdrücklich willkommen. Die Termine werden auf der Webseite angekündigt.

Finanzierung
Der Verein sammelt Spendengelder und Sachspenden in Deutschland, um die Finanzierung des Projektes zu sichern.
Bisher wurden 2/3 des benötigten Jahresbudgets von der Stiftung ?Ein Körnchen Reis? und dem Bonner Verein ?action five e.V.? beigesteuert.
Das restliche Drittel wurde durch private Spenden gedeckt.