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Tagungsbericht 2001

Begrüßung und Einführung
Vorstellung und Berichte der NGOs
Arbeitskreis Adoption, Sankt Augustin
Arbeitskreis Trekking und Erlebnisreisen (ATE), Berlin-München
ARCO Nepal (Amphibian & Reptile Conservation of Nepal), Wuppertal
Children of Nepal - help and education e.V., Mannheim
CWIN-Nepal, Rheinau-Linx
Deutsch-Nepalische Gesellschaft e.V. (DNG), Köln
Deutsch-Nepalische Hilfsgemeinschaft e.V. (DNH), Stuttgart
Förderkreis Hilfe für Nepal e.V., Freiberg am Neckar
Freunde Nepals e.V., München
Ganesha's Project, Berlin
Hope e.V., Dortmund
IPPG-Nepal (International Porter Protection Group), Köln
Kinderhilfe Nepal e.V., Essen-Kettwig
Kinderhilfe Nepal e.V., Litzendorf
Kinder in Okaldunga e.V., Hamburg
King Mahendra Stiftung -Deutsches Komitee-, Köln
Little Stars e.V., Nieder-Olm
Nepalmed e.V., Grimma
Nepra e.V., Soest
Rugmark Transfair e.V., Köln
Nepal Schulprojekt - Zukunft für Kinder e.V., Ebersbach
Shanti Leprahilfe Dortmund e.V., Dortmund
Fragen und Diskussion


Begrüßung und Einführung

Nach Begrüßung aller Tagungsteilnehmer und kurzer Einführung bedankte sich Ram Pratap Thapa bei dem Kooperationspartner, der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), vertreten durch Dr. Urmila Goel, für die gute Unterstützung, dem Direktor des Kölner Zoos Prof. Dr. Gunther Nogge für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und Iris Kobek für die Hilfe bei der Tagungsvorbereitung. Birgit Starkenberg von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und Jochen Kenneweg vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) stellte er als weitere Tagungsgäste vor, gefolgt von dem Vertreter der Deutsch-Nepalischen Gesellschaft (DNG) Horst Lemmer, dem Fotografen Urs Schweizer und der Protokollführerin Annemarie Becker.

Eigentlich war als Termin für das Treffen der 23. September vorgesehen, da an diesem Tag auch der nepalische König bzw. Prinz gekommen wäre, der zu dieser Zeit Deutschland besucht hätte. Anläßlich des tragischen Vorfalls im Königshaus wurde von 14 deutschen NGOs als Zeichen der moralischen Unterstützung des nepalischen Volkes eine Anzeige in den Tageszeitungen Rising Nepal und Gorkhapatra veröffentlicht, in der sie Nepal ihre Solidarität und Sympathie aussprachen. Zu den Asien-Pazifik-Tagen in Berlin wurden sechs Tänzer/innen und fünf Mönche aus Nepal eingeladen, die am ersten oder zweiten Oktober auch in Köln auftreten werden. Außerdem ist am zweiten Oktober ein Wirtschaftstag anläßlich des Besuchs einer nepalischen Handelsdelegation in der Industrie- und Handelskammer Köln geplant.

Nach den Veranstaltungshinweisen begrüßte der Hausherr Prof. Dr. Gunther Nogge die Gäste und eröffnete so die Tagung.

Dr. Urmila Goel begrüßte die Teilnehmer im Namen der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die FES freut sich, das NGO-Treffen unterstützen und es für einen Austausch mit den Organisationen nutzen zu können. Allerdings hat sie keine Möglichkeiten, die Arbeit der NGOs finanziell zu fördern, da die FES ihre Mittel direkt in ihrem Projekt in Nepal einsetzen muss. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit vor Ort sind die Stärkung der Demokratie gerade in Krisenzeiten, die Unterstützung von Gewerkschaften und Medien sowie die regionale Zusammenarbeit in Südasien. Näheres ist im Internet unter www.fes.de/international/asien und www.fesnepal.org zu finden.

Der deutsche Botschafter in Nepal, Seine Exzellenz Rüdiger Lemp, würdigte die NGO-Arbeit der DNG und Ram Thapas, dem Initiator und Organisator des jährlichen Treffens, und bedauerte bisher nur wenige der deutschen Projekte in Nepal persönlich besucht zu haben. Als er im November 2000 die Botschafterstelle in Nepal antrat, wurde er zuvor von Ram Thapa und dem Ehepaar Donner auf diese Aufgabe bestens vorbereitet. Ram Thapa, der den Kontakt zum BMZ hergestellt hat, bezeichnete er weiterhin als einen ?aktiven Multiplikator?, denn die anerkannte NGO-Arbeit unter den Fittichen der DNG reiche tiefer als die offizielle Regierungshilfe. Um Kosten einzusparen, wurde 1997 das aus Mitteln der Bundesrepublik finanzierte Goethe-Institut in Nepal geschlossen. Nachdem nun auch die Vertreterstelle gestrichen wurde, übernimmt fortan der Botschafter alle Aufgaben. Fallen zwar künftig Kompetenzstreitigkeiten durch diese Kräftebündelung weg, so müssen detaillierte Zollprobleme und Visafragen doch durch Fachleute geklärt werden, was das NGO-Treffen wiederum zu einer idealen Diskussionsplattform macht.

Einleitend schilderte er kurz die aktuelle politische Lage Nepals, das Hauptthema der Tagung, das am Nachmittag in der Diskussionsrunde detaillierter wieder aufgenommen werden sollte. Am 1. Juni dieses Jahres ereignete sich in Nepal eine unvorstellbare Tragödie, gefolgt von Aufstand und Diskreditierung des Nachfolgers. Indien wurde als Drahtzieher beschuldigt, glücklicherweise blieb das Schlimmste jedoch aus. Demagogen dehnen ihren Einfluß aus, Erpressungskampagnen laufen auch gegen NGO-Projekte, um an größere Geldsummen zu gelangen. Die Unruhe wächst und brutale Überfälle werden auf Polizeistationen verübt. Der neue Premierminister Sher Bahadur Deuba regte zwar den Dialog zwischen Regierung und Maoisten an, bisher allerdings nur mit wenig Erfolg.

Jochen Kenneweg vom BMZ, zuständig für das Referat Indien/Nepal/Sri Lanka, lobte das ?NGO-Treffen Nepal? als eine einzigartige Veranstaltungsserie der DNG/FES. Gerade der nichtstaatlichen und privatwirtschaftlichen Zusammenarbeit komme ein hoher Stellenwert in der Entwicklungshilfe zu. War er zum ersten Mal Anfang der Siebziger Jahre in Nepal, stellt er heute große Veränderungen im Land fest, sowohl positive als auch negative. Des weiteren sprach Kenneweg im Zusammenhang mit der Entwicklungshilfe von der zu vermeidenden Gefahr der ?Projektitis?. Das Hauptziel der deutschen Entwicklungshilfe in Nepal ist die Armutsbekämpfung. Mit Zustimmung der nepalischen Regierung wird diese in drei Bereichen und zwar Gesundheit und Familienplanung, Förderung kommunaler Entwicklung und Zivilgesellschaft sowie erneuerbare Energien ansetzen. Vor allem auf dem Land muß die Armut beseitigt und die eigene Kraft für Entwicklung gestärkt werden. Hilfe kam oft zu spät oder war zu schwach, um drohende Konflikte zu vermeiden oder abzumildern. Auch die Geschäftsleute vor Ort möchten helfen, allerdings fehlt es ihnen dafür an Wirkungs- und Einflußmöglichkeiten. Die Vielfalt der Kulturen und Bevölkerungsgruppen ist zwar ein Reichtum, führt wie auch die ungleiche Landverteilung zu Problemen, bspw. Fremdenfeindlichkeit und Separatismus. Es gibt viele Defizite im Handeln von Regierung und Bürokratie. So hat sich die herrschende Klasse bisher mehr um die eigenen Interessen als um die des Volkes gekümmert. Gerade jetzt heißt es also, zu versuchen, Nepal zu helfen und das Land nicht im Stich zu lassen.

Birgit Starkenberg stellte die Tätigkeitsgebiete der GTZ in Nepal vor. Die GTZ arbeitet in den Bereichen Förderung der kommunalen Entwicklung und Zivilgesellschaft (städtischer und ländlicher Bereich), Gesundheit, erneuerbarer Energien sowie anderen Projekten wie die Verbesserung der Situation arbeitender Kinder, integrierte Wirtschaftsförderung oder das International Centre for Integrated Mountain Development. NGO-Fonds als Bestandteil der Förderung der kommunalen Entwicklung und Zivilgesellschaft zielen auf die Stärkung des Selbsthilfepotentials marginalisierter Bevölkerungsteile ab. Das Konzept setzt bei der meist schwachen Organisations- und Leistungskapazität lokaler NGOs und Selbsthilfegruppen an. Zur Zeit existieren schätzungsweise etwa 30.000 nepalische NGOs, die meisten davon sind kleinere lokale Initiativen. Durch ein sogenanntes ?capacity building? soll die Leistungsfähigkeit bspw. durch Training als Hilfe zur Selbsthilfe, Spar- und Kreditvereine, Ausbildungskurse für NGO-Vertreter und Gruppenleiter etc. gefördert werden. Den NGOs und Selbsthilfegruppen werden außerdem örtliche Zuschüsse zur Durchführung von Selbsthilfemaßnahmen bereitgestellt. Die Zielgruppe des Projektes sind Arme (Familien mit einem monatlichen Einkommen unter 2.100 NRs. oder einer Selbstversorgungsbasis von weniger als zwölf Monaten) und sozial Benachteiligte, wie z.B. Angehörige niedriger Kasten, bestimmte ethnische Gruppen, besonders Frauen usw. Das NGO-Projekt kooperiert direkt mit den lokalen Förder- sowie regionalen Fachorganisationen (Mittler) und unterstützt diese bei der Förderung der dörflichen Selbsthilfegruppen. Mit einem Frauenanteil von 73 Prozent der Gruppenmitglieder, Partnerschaften mit 276 Selbsthilfeorganisationen, der Ausbildung von 560 Selbsthilfegruppenmitgliedern als Berater im Agrarbereich und im Marketing oder Multiplikatoreffekten wie die selbständige Gründung von Selbsthilfeinitiativen oder die Mobilisierung lokaler Ressourcen sowie die Zusammenarbeit mit anderen Geldgebern, bspw. Weltbank, Helvetas oder Asiatische Entwicklungsbank, u.a. kann das Projekt als sehr erfolgreich bewertet werden.

Vorstellung und Berichte der NGOs

Arbeitskreis Adoption, Sankt Augustin


Der Arbeitskreis Adoption, bestehend aus Eltern und Einzelpersonen, die nepalische Kinder adoptiert haben, wurde erst dieses Jahr gegründet. Im August wurde erstmals ein Familientreffen in Bonn-Venusberg veranstaltet, an dem 76 Personen, darunter 30 Kinder, teilnahmen. Ram Thapa gab Ratschläge bei der Organisation des Treffens, das aufgrund der positiven Resonanz der Familien im nächsten Jahr wiederholt werden soll.

Arbeitskreis Trekking und Erlebnisreisen (ATE), Berlin-München


Der ATE, ein Zusammenschluß von 14 deutschen Reiseveranstaltern, führt jährlich zum Selbstkostenpreis einen Clean-up-Trek in Nepal durch. Die Flüge werden dafür zum Teil gesponsort. Ziel dieses Treks ist, Müll einzusammeln bzw. zu lernen ihn zu vermeiden. Vor Ort besteht eine enge Zusammenarbeit mit den nepalischen Partnern, wobei dieser Trek immer mehr in nepalische Hände übergeben werden soll.

ARCO Nepal (Amphibian & Reptile Conservation of Nepal), Wuppertal


Seit fünf Jahren leitet das Fuhlrott-Museum die Organisation. ARCO Nepal dient der Erfassung und dem Schutz von Amphibien und Reptilien in Nepal unter besonderer Berücksichtigung der bedrohten Schildkrötenarten. Laufend werden neue Arten entdeckt, die oft von Schmugglern nach Indien verschleppt werden, bspw. Riesenschildkröten. Die Bedrohung des Tierbestandes wird erfaßt, Universitätsbereiche und Schulgruppen aufgeklärt. Eine weitere Aufgabe ist die Renaturalisierung von verlandeten Gewässern, Schutzgehegen und Zufluchten.

Children of Nepal - help and education e.V., Mannheim


Vor fünf Jahren gegründet wurden seitdem 70 Patenschaften vermittelt und eine eigene Schule gebaut. Arbeitsschwerpunkte der Organisation sind die Förderung eines Kindergartens und dieser Schule in Mecche sowie der allgemeinen Verbesserungen der Lebensbedingungen im Dorf Mecche. Die unter nepalischer Leitung stehende Schule ist wegen Unruhen und Schutzgelderpressungsversuchen zur Zeit geschlossen. Nichtsdestotrotz sind ein Berufsausbildungs/Berufsberatungs- und Begegnungszentrum, eine Bibliothek und eine medizinische Station in Planung.

CWIN-Nepal, Rheinau-Linx


CWIN ist eine der ersten und größten nepalischen NGOs, tätig im Bereich der Kinder- und Menschenrechte. Diese wird durch Schulpatenschaften und die Erstellung einer deutschen Webseite von einer sog. Supportorganisation in Deutschland unterstützt.

Deutsch-Nepalische Gesellschaft e.V. (DNG), Köln


Die DNG wurde 1967 als erste für Nepal arbeitende Organisation in Deutschland gegründet. Zur gleichen Zeit wurde auch die nepalische Botschaft in Bonn eingerichtet. Die Arbeitsschwerpunkte des Vereins liegen in den Bereichen NGO -Aktionen und Treffen-, der Herausgabe der Mitgliederzeitschrift Nepal Information mit Beiträgen aus nepalischen Zeitungen unter der Leitung Dr. Donners und der Organisation des seit zehn Jahren stattfindenden Nepal-Tages in Bonn. Jede Person, die Nepal unterstützt, nicht nur finanziell, wird als wichtig empfunden. Der Umzug mit der Botschaft nach Berlin wurde nicht in Erwägung gezogen, allerdings wurde ein der DNG untergeordneter Nepalarbeitskreis in Berlin eingerichtet.

Deutsch-Nepalische Hilfsgemeinschaft e.V. (DNH), Stuttgart


1979 gegründet ist die DNH eine der ältesten deutschen Organisationen. Mit 500 Mitgliedern und einem jährlichen Spendenaufkommen von 350.000 bis 400.000 DM unterstützt sie eine Armenapotheke, die Organisation People In Need (PIN) -Mädchenhaus und Dalits (Unberührbare) in Pokhara-, eine Schule in Bhaktapur, Straßenfegerkinder, usw. Unterstützt werden Hilfsbedürftige (individuell und Organisationen) durch viele Projekte in Nepal u.a. auch Umweltschutz und Trinkwasserversorgung in Dhulikel als ?Hilfe zur Selbsthilfe?.

Förderkreis Hilfe für Nepal e.V., Freiberg am Neckar


Seit zehn Jahren widmet sich der Förderkreis Hilfe für Nepal der Unterstützung nepalischer Straßenkinder. Ein Altenheim wurde vor kurzem eingeweiht. Der Bau dreier weiterer Häuser und ein Mädchenhaus sind geplant. Außerdem werden Medikamente und Klinikausstattung zur Verfügung gestellt. Nachdem mit der Einstellung des europäischen Flugverkehrs der Royal Nepal Airlines Gratistransporte von Hilfsgütern wegfielen, wurde in der Fluggesellschaft Condor ein großzügiger Ansprechpartner gefunden. Außerdem vergibt ein vom BMZ subventionierter Fonds der GTZ Transportenkostenhilfe auf Antragstellung durch die NGO bei Übernahme eines Eigenanteils und Verzollung. Der Empfänger der Fracht muß allerdings Zollfreiheit beantragen.

Freunde Nepals e.V., München


Der Verein Freunde Nepals besteht seit 22 Jahren und unterstützt 20 Projekte in Nepal. Zur Zeit gibt es begründet durch finanzielle Probleme einen Projektstop. Schwerpunkte der Vereinsarbeit sind Gesundheit, Erziehung, Waisenhäuser, Restauration von Tempeln usw. Die Projektlage in abgelegenen Gebieten Nepals wird als problematisch angesehen. Drei der unterstützten Projekte befinden sich in Dolpur, einer Region, die von den Maoisten kontrolliert wird. Die ansässige Bank wurde gesprengt und das Geld fiel den Maoisten in die Hände. Im medizinischen Bereich werden eine Augenklinik und die City Memorial Clinic Bhaktapur unterstützt. Schwierigkeiten bereitet hier auch die zunehmende Korruption, eine gespendete Röntgenröhre verschwand im Zoll.

Ganesha's Project, Berlin


Bei einer Nepalreise im März diesen Jahres entstand die Idee zu dem Projekt. Die Initiatoren sehen die Ausstattung staatlicher Schulen mit PCs als Alternative zur Kinderarbeit. In Chitwan soll als Pilotprojekt die Shree Bachhauli Secondary School mit Computern ausgerüstet werden sowie in der Übergangsphase betreut werden, die der Vorbereitung der Lehrer und Schüler auf die Nutzung und selbständige Verwaltung der Anlage dient.

Hope e.V., Dortmund


Der Verein Hope besteht seit drei Jahren und hat zur Zeit 40 Mitglieder. Arbeitsgebiete bzw. Zielsetzung des Vereins sind die Unterstützung von tibetischen Flüchtlingen, insbesondere alte Menschen und Schulkinder, die Förderung der Women Guidance Association (WGA) ? Erwachsenenbildung, Kleinkredite, Existenzgründerberatung etc. und die Hilfe für Children Nepal, ein Zentrum, in dem Kinder aus Slums betreut, unterrichtet und verpflegt werden. Der Veranstalter Karawane-Reisen plant für nächstes Frühjahr bzw. Herbst die Durchführung von Projektreisen, um die Projekte zu besuchen und vorzustellen.

IPPG-Nepal (International Porter Protection Group), Köln


Monika Schiefer unterstützt die IPPG seit vier Jahren, nach dem Tod eines Trägers. Zusammengearbeitet wird mit Porters Progress und Clothing Bank, d.h. Kleiderverleih, Englischkurse, Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der medizinischen Versorgung der Träger. Aufklärungsarbeit erfolgt anhand von Videos, Interviews, Newsletter, Sicherheitshinweise usw.

Thapa bemerkte, daß das Jahr 2002 von der UNO zum ?International Year of Mountains? ernannt wurde und die DNG aus diesem Anlaß in Zusammenarbeit mit den Niederlanden und Belgien Bergfilme vorführen wolle. Nähere Informationen dazu werden zu gegebener Zeit bekanntgegeben.

Kinderhilfe Nepal e.V., Essen-Kettwig


Mit 30 Mitgliedern bezeichnet Christiane Baur die seit sechs Jahren bestehende Organisation als ?klein aber fein?. Ein junger Nepali arbeitet im Kindergarten, um die Kinder kreativ anzuleiten und auf die Schule vorzubereiten. Einer Bergschule, etwa zwei Stunden von Kathmandu entfernt, wurde Dach und Lernmaterial gespendet. Ärzte der Shanti Leprahilfe führten eine Vorsorgeuntersuchung an der Schule durch. Bei 20 Kindern wurde eine Erkrankung festgestellt, weshalb auch ihre Familien untersucht wurden. Leprakranke verschönerten die Schule. Maoisten sprühten allerdings die Schule an und zerstörten so deren Werk. Die Hälfte des Schulgeldes muß von den Eltern der Kinder aufgebracht werden, die andere Hälfte wird vom Projekt gesponsort.

Kinderhilfe Nepal e.V., Litzendorf


Zu Beginn 1984 wurden zwei Kinder unterstützt, mittlerweile sind es 600 und zwei Lehrer. Die Kinder werden vom Kindergarten bis zur Berufsausbildung betreut und auf ihrem Weg begleitet. Zwei Schulen werden unterstützt sowie eine Malschule für buddhistisch-tibetische Kultur und Thangkamalerei eingerichtet. Drei Helfer organisieren die Verteilung der finanziellen Mittel von 10.000 bis 15.000 DM pro Monat.

Kinder in Okaldunga e.V., Hamburg


Dieser Verein betreut ein Projekt in Okladunga, einer abgelegeneren Gegend Nepals. 1989 lernte man das Dorfkomitee auf einer Trekkingtour kennen. Seitdem werden zweimal jährlich neue Touren in das Gebiet zusammengestellt und angeboten, was 1997 die Schulgründung ermöglichte. In der Primary School werden mittlerweile 250 Kinder unterrichtet. Finanziert werden Lehrer, Kleidung, Medizin und das Mittagessen. Die Secondary School ist nächstes Jahr bezugsfertig. Der erste staatliche Lehrer kommt jetzt hinzu, was eine staatliche Anerkennung der Schule bedeutet. Weiterhin wurde ein komfortables Kinderhaus für 40 bis 60 kleinere Geschwister der Schulkinder eingerichtet, die ansonsten unbetreut geblieben wären. Regelmäßig erscheinen an das Komitee gerichtete sog. ?Letters to the Villagers?. Das Ausbildungsprojekt ist auf 20 bis 30 Jahre angedacht, d.h. die nächste Generation kann Selbsthilfe leisten.

King Mahendra Stiftung -Deutsches Komitee-, Köln


Der King Mahendra Trust for Nature Conservation KMTNC kann als nichtstaatlicher ?WWF? in Nepal bezeichnet werden, mit sog. ?foreign chaptern? in diversen Ländern (Japan, Großbritannien, Belgien, usw.). Das Annapurna Conservation Area Project (ACAP) im Annapurnagebiet ist ein beispielhaftes Modell für die Einbeziehung der Bevölkerung in den Naturschutz, d.h. selbst Maßnahmen für den Erhalt der Natur zu ergreifen, was letztlich auch zu einer Steigerung des Lebensstandards führt. Der andere Schwerpunkt liegt im Terai, im Chitwan- und Bardia-Nationalpark. Seit 1995 wird der Zoo in Kathmandu, ein wichtiger Anlaufpunkt der Bevölkerung, bezogen auf den Naturschutz und das Verhalten in und gegenüber Natur und Umwelt, unterstützt. Ein Masterplan für die Modernisierung des Zoos wurde erstellt. Letztes Jahr lief das ?South Asia Zoo Education Training 2000? für Mitarbeiter aus Südasien.

Little Stars e.V., Nieder-Olm


Mittlerweile umfaßt der seit drei Jahren existierende Verein 40 Mitglieder. Durch die Vermittlung von Patenschaften für Schulkinder werden die Organisationen Nepal Childrens Help und Bright Horizons Children Homes unterstützt. Außerdem wird ein Dorfentwicklungsprojekt für Gumalkas (niedrigste Kaste) und ein Heim für Geistigbehinderte gefördert. Zukünftige weitere Projektentwicklung wird neben den Patenschaften und auch in dem Bau eines Schulhauses gesehen.

Nepalmed e.V., Grimma


Dr. med. Arne Drews hat in Nepal in einem Krankenhaus gearbeitet und unterstützt heute das Kathmandu Modal Hospital / Public Health Concern Trust (kommunal getragenes Gesundheitswesen mit eigener Versicherung). Angehörige niedriger Kasten werden kostenfrei behandelt. Des weiteren werden nepalische Ärzte über die Finanzierung von Abos medizinischer Zeitschriften, Lehrbücher, usw. fortgebildet, Medikamente, Verbandszeug etc. gespendet sowie deutsche Medizinstudenten zum Praktikum entsendet. Information auch durch Vorträge an den Universitäten in Leipzig und Bonn.

Nepra e.V., Soest


1989 wurde die Organisation von Marianne Grosspietsch mit der Zielsetzung gegründet, an Lepra Erkrankten und Bedürftigen zu helfen. Bisher sind 3,5 Millionen DM in das Projekt geflossen. Es wird eine Leprastation in Pashupathinath, eine Straßenklinik und ein Altenheim unterhalten. Leprakranke erfahren eine Therapie, werden ausgebildet und beschäftigt, diese drei Stufen werden unterschiedlich finanziell unterstützt. Seit 2000 ist der nepalische Partner selbständig und das Projekt wird von diesem mit deutscher Beratung geleitet.

Rugmark Transfair e.V., Köln


Rugmark ist eine von UNICEF unterstützte unabhängige Organisation gegen Kinderarbeit in der Teppichindustrie, die nicht als NGO bezeichnet werden kann. Tätig wurde sie 1992 in Indien, 1994 in Nepal und 1998 in Pakistan mit der Zertifizierung von Teppichen. Der Handel unterstützt dabei mit einem Prozent des Warenwertes Sozialprojekte (Rehabilitation, Schule für Kinder und Angehörige, usw.).Rugmark ist Mitglied bei Transfair e.V. Da die finanziellen Mittel immer weiter reduziert werden, muß mittlerweile mit Care & Fair kooperiert werden, die zwar die gleiche Zielsetzung haben, aber anders strukturiert und durch ihre Abhängigkeit vom Teppichverband weniger beweglich sind. Ziel ist die Zertifizierung der gesamten Textilindustrie Nepals unter Berücksichtigung von Umweltaspekten.

Nepal Schulprojekt - Zukunft für Kinder e.V., Ebersbach


Der Verein Nepal Schulprojekt mit inzwischen 70 Mitgliedern existiert seit einem Jahr. Auf Initiative des Vereins wurde eine kleine Schule mit Kindergarten in einer Teppichfabrik in Kathmandu gegründet. Drei Lehrer unterrichten 40 Kinder in Englisch und Nepali Zusätzlich wird auch Erwachsenenbildung angeboten. Kinderarbeit gibt es nicht und neben der Schule und Ausbildung werden auch die Bereiche Gesundheit und Ernährung gefördert. Probleme birgt der Transport und die Verzollung von Hilfsgütern.

Shanti Leprahilfe Dortmund e.V., Dortmund


Shanti Leprahilfe Dortmund ist eine Familieninitiative, die vor 30 Jahren ihren Anfang fand. Alles begann mit der Adoption eines nepalischen Jungen und dem Kontakt mit den Eltern im Lepralager Kokana. Marianne Grosspietsch hatte 1989 die Leprahilfsorganisation Nepra aufgemacht. Dann folgte nach vorangegangenen Differenzen 1992 die Gründung der Shanti Leprahilfe Dortmund für Kranke und Bedürftige. Lepröse sind Ausgestoßene und können in der Shanti-Familie bleiben. Mittlerweile umfaßt diese 700 Mitglieder in Pashupatinath und Budanilkhanta. Ziel ist, einen ganzheitlichen Ansatz für die Bereiche Gesundheit, Bildung, Arbeit, Umweltschutz zu schaffen. Im einzelnen u.a. Ambulanz, Gesundheitsposten, Kinder- und Erwachsenenklinik, Hospiz für das Endstadium, Krabbelstube, Kindergarten, Schule und Behindertenwerkstätten (Textil, Papier, Metall, Silber).

Thapa merkte an, daß die Kooperation zwischen den einzelnen Organisationen langsam wächst und wies auf den Vorschlag Thomas Schönherrs von der Nepal Projektförderung e.V. hin, gemeinsam einen Katastrophenfond einzurichten. Dieser Fond könnte finanzielle Unterstützung für Menschen bereitstellen, die von Naturkatastrophen, bspw. Überschwemmungen zur Monsunzeit etc., besonders betroffen sind. Denkbar wäre weiterhin, daß eine solche Vernetzung der Nepal-Organisationen auch logistische oder personelle Unterstützung leistet.

Fragen und Diskussion

Besonderes Interesse galt dieses Jahr der aktuellen Situation in Nepal. Der deutsche Botschafter skizzierte zu Beginn der Diskussionsrunde zunächst einmal die politische Entwicklung der letzten Monate angefangen bei dem tragischen Vorfall im Königshaus im Juni dieses Jahres über den Rücktritt des Premierministers Girija Koirala in der zweiten Julihälfte und des Amtsantritts seines Nachfolgers Sher Bahadur Deuba bis zu den ersten Verhandlungsgesprächen zwischen Regierung und Maoisten. Die Maoisten, deren ursprüngliche Basis auf dem Land angesiedelt war, haben jetzt auch die Akzeptanz bei Intellektuellen und Geschäftsleuten erlangt und kontrollieren mittlerweile schon ganze Gebiete Nepals. Organisationen mit ?revolutionary? als Anhang sind schon lange maoistisch geprägt. Die Polizei versuchte rabiat, die Maoisten zu unterwerfen mit dem gegenteiligen Effekt, da Gesetzesübertretungen, Menschenrechtsverletzungen und die Begleichung ?privater Rechnungen? durch die Polizei viele Leute erst recht gegen den Staat aufbrachten. Derzeit erfolgt eine Welle von Schutzgelderpressungen (Hotels, Agenturen, Unternehmer, NGOs), um eine Demonstration mit Rallye in Kathmandu am 21. September zu mobilisieren und damit eine verfassungsgebende Versammlung zu erzwingen. Erpreßtes Geld dient nicht nur dem Waffenkauf, sondern auch dem Transport der Demonstranten nach Kathmandu. Allerdings droht eine innere Spaltung der Maoisten, sog. ?War Lords?, die zu Geld kommen, werden eigene Ziele verfolgen und nicht mehr mit allen anderen an einem Strang ziehen. NGOs sind zum Teil bei den Maoisten insofern anerkannt, daß sie zum Wohle der Bevölkerung arbeiten und nichts in die eigenen Taschen wirtschaften, demzufolge auch nichts übrig haben, was sie den Maoisten geben könnten. Seine Exzellenz Rüdiger Lemp sprach sich für einen einheitlichen Verhaltenskonsens, einen ?Verhaltenskodex für den Geber?, der ausländischen NGOs gegenüber Erpressungsversuchen von Seiten der Maoisten aus. Unter Umständen könnten nepalische Mitarbeiter unter Druck gesetzt werden, dadurch Geld abzweigen und an die undemokratische Aufstandsbewegung weitergeben. Wichtig ist in diesen Fällen, Einigkeit zu zeigen und an einem Strang zu ziehen, sich nicht erpressen zu lassen und unter Umständen in letzter Konsequenz das Projekt zu schließen. Letztendlich sollten die Maoisten verstehen, daß die ausländischen Geldgeber und Projekte das Volk unterstützen und sie keine Befürwortung finden werden, wenn diese Projekte unter ihrem Druck nicht weitergeführt werden können. United Missions sah sich wegen Beschädigungen und Erpressungen gezwungen, drei ihrer diversen Büros in verschiedenen Landesteilen zu schließen. Kritisch zu betrachten ist auch das gesetzliche Missionierungsverbot. Während der Diskussionsrunde wurde davor gewarnt, Anweisungen der Maoisten auf die leichte Schulter zu nehmen, bspw. verhängte Ausgangssperren und Drohungen zu unterschätzen bzw. zu ignorieren. Nepali bei Militär und Polizei berichteten, daß mit mittelalterlicher Grausamkeit vorgegangen würde.

Diejenigen, die geplant hatten, am 21. September nach Nepal zu fliegen, interessierte, ob eine Ankunft problematisch sei, da die Maoisten an diesem Tag zur besagten Großdemonstration ausgerufen haben und in Kathmandu eine Rallye veranstaltet werden soll. Der Botschafter beruhigte, da trotz Ausgangssperre Busse zu den Hotels (Shuttle Service) organisiert werden. Er selbst wird einen Tag später am 22. September zurückfliegen und meinte, daß es besser ist, abzuwarten und Gelassenheit zu bewahren.

Eine weitere an den Botschafter gerichtete Frage betraf die wirtschaftliche Planungssicherheit in Nepal im besonderen hinsichtlich einer Restauranteröffnung mit einem nepalischen Partner. Rüdiger Lemp verwies darauf, daß Restaurants bereits jetzt von dem verzeichneten Touristenrückgang betroffen seien, eine Situation, die sich durchaus noch weiter verschlimmern könnte. Weitere zu überdenkende und zu beachtende Punkte sind, Personalabsprachen, dreifacher Mindestlohn, Gewerkschaft und evtl. Schutzgelder. Anders zu bewerten ist allerdings der Einstieg in ein bzw. die Übernahme eines bestehenden gut laufenden Restaurants.

Ruth Krause von der Shanti Leprahilfe Dortmund, die momentan eine Diplomarbeit über Frauenbildung schreibt, stellte die Frage in den Raum, welche pädagogischen Voraussetzungen die Heimleiter der Kinderprojekte mitbringen. Sind das Eltern, die sich ein Zubrot verdienen oder ausgebildete Pädagogen, die Werte vermitteln? Das britisch kolonial/indische Schulsystem ist ihrer Meinung nach nicht an die Menschen vor Ort angepaßt. Zentrale Frage ist doch, was für die Kinder erreicht werden soll. Die meisten der Kinder müssen nur eine Basisbildung haben in Einklang mit der Meinung der Eltern. So dürfen Mädchen oft nur von sechs bis acht Uhr morgens zur Schule gehen, da das dhal-bhat vorbereitet werden muß, danach aber die Feldarbeit noch zu erledigen ist. Geburtenkontrolle steht im Zusammenhang mit dem Grad der Bildung. ?Bilde einen Mann, du bildest eine Person, bilde eine Frau und du bildest eine Generation.?

Die Erhöhung der staatlichen Lehrergehälter um 100 Prozent im letzten Jahr führte zu Problemen bei den privaten Projekten. Die monatlichen Löhne liegen Angaben zu Folge zwischen 3.500 bis 4.800 NRs. oder sogar 5.000 bis 6.500 Nrs. bzw. 3.000 NRs. für einen Lama (sieben Tage), einen Englischlehrer (zwei Tage) bei 9.600 NRs. für einen Thangkamaler. Grundsätzlich gilt, je weiter die Schule bzw. das Projekt von der Hauptstadt entfernt liegt, desto höher sind die Gehälter der Lehrer, da diese auf vieles verzichten müssen, was sie aus Kathmandu kennen. Generell muß eine NGO gut zahlen, damit nicht zusätzlich ein zweiter Job angenommen wird, um sich den gesellschaftlich geforderten Lebensstandard leisten zu können, da die staatlichen Gehälter sehr niedrig sind.

Thapa wirft die Frage nach einem Konsens des 40-Punkte-Plans der Maoisten zu internationalen NGOs auf. Große Internationale NGOs (INGOS) sind in die Geberabstimmung einbezogen, lokale NGOs dagegen nicht. Das Mißtrauen gegen Ausländer wird durch Vorurteile geschürt, NGOs würden zu viel zahlen, durch extreme Großzügigkeit ein Gefälle verursachen und gelten letztendlich als die wahren Profiteure der Entwicklungshilfe. Des weiteren sollen sie sogar die Prostitution fördern, eine Öffnung bringe schlechten, gemeint sei damit indischer, Einfluß in die Kultur. Er erklärt, daß China an der Stabilität Nepals und nicht am ?Steinzeit-Maoismus? interessiert ist. Der Pufferstat Nepal darf kein Sprungbrett für Anti-Peking-Tibeter werden und Indien so nicht zum Übergriff verlockt werden, da diese Separatismuswelle auch China erreichen würde.

Großes Unrecht geschah in Bhutan durch die ethnische Säuberung. 80.000 bis 100.000 Flüchtlinge bhutanesischer Herkunft leben in nepalischen Flüchtlingslagern an der Grenze zu Bhutan. Bhutan läßt sie nicht einreisen, da die Vertriebenen sicherlich keine Anhänger des bhutanesischen Königshauses sind und sie sich damit nur Probleme ins Land holen würden. Geber begünstigen diese ?Faulheit?, weil behauptet wird, daß die Flüchtlinge im Lager ein besseres Leben führen würden als außerhalb.

Zu den alltäglichen Problemen bzw. Hindernissen, die die deutschen NGOs zu bewältigen haben, gehören Fragen zu Visa- und Zollregelungen in Nepal, dem Transport von Hilfsgütern nach Nepal u.a. Viele der NGO-Vertreter und auch deren freiwillige Helfer reisen als Touristen nach Nepal und arbeiten dort sozusagen ?schwarz?, da bislang kein Extravisum, das sich mit dieser besonderen Thematik befaßt, eingeführt wurde. Wenn NGO-Mitglieder in der Hoffnung bleiben zu dürfen, ihr Visum überziehen, müssen für die sich daraus ergebenden Fehlzeiten mitunter hohe Strafgebühren bezahlt werden. Allerdings arbeitet die nepalische Regierung an einer Regelung, einer Art ?NGO-Gesetz?, in dessen Zusammenhang auch die Aufenthaltsgenehmigung geklärt werden soll.

Nur wenige der deutschen Organisationen, wie z.B. die Deutsch-Nepalische Hilfsgemeinschaft (DNH), können aufgrund ihrer Größe vor Ort ein eigenes Büro unterhalten. Diejenigen, die mit lokalen NGOs kooperieren, haben die Möglichkeit deren Dienstleistungen zu nutzen. So hat sich bspw. die DNG zum Ziel gesetzt, nur mit lokalen NGOs zu arbeiten, um so die Struktur dieser NGOs zu stärken. NGOs ohne Vertretung vor Ort haben jedoch immer wieder Schwierigkeiten ihr Tagesgeschäft zu erledigen. Die Gründung einer Dachorganisation in Nepal, die logistische Angelegenheiten bspw. den Waren- oder Hilfsgüterversand und die Auslage von Informationsmaterial für alle NGOs übernehmen könnte, würde das eine oder andere Problem dieser NGOs lösen. Finanzielle Aufwendungen könnten geteilt und eine erfahrene einheimische nepalische Firma mit der Leitung des Büros betraut werden. Bei allen scheinbaren Vorteilen eines solchen ?Service Centre for Foreigners? ist eine Umsetzung in die Realität jedoch wohl nicht zu bewerkstelligen. Allein ein Büro kann schon jährliche Kosten in Höhe von schätzungsweise 30.000 bis 70.000 DM ohne die Unterhaltung eines Fahrzeuges verursachen. Eine zentrale Machtstelle kann außerdem sehr leicht mißbraucht werden und birgt die Gefahr der ?Bürokratisierung?, denn welche der zahlreichen Organisationen sollte vom Vertreter vor Ort zuerst genannt oder empfohlen und damit zwangsläufig bevorzugt werden?

Das wachsende Problem der Korruption, das sich durch alle Regierungs- und Amtsschichten zieht, wird auch in Nepal selbst zunehmend kritisiert. Immer öfter fordern die Medien ?transparency international?. Schnell formulierte Unterstellungen und das instabile Umfeld lähmen jedoch auf der anderen Seite die Entscheidungsträger. Zwangsläufig folgt daraus, daß niemand mehr Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen möchte. So wagte Royal Nepal Airlines nicht, erneut ein Flugzeug zu leasen, wodurch der europäische Markt nicht mehr bedient werden konnte. Eine Antwort auf die Frage, wie mit dem Übergreifen der Korruption auf NGOs umgegangen werden sollte, läßt sich jedoch nur schwer finden. Die Anfertigung einer Übergabeliste und regelmäßige Bestandsaufnahme verschafft Hilfsorganisationen einen besseren Überblick und kann verhindern, daß eingeführte Ausrüstung ?abgezweigt? wird. Zollprobleme bei der Einführung von Medikamenten können vermieden werden, indem Geldspenden für die medizinische Versorgung mit lokal hergestellten Mitteln verwendet werden. Einige der nepalischen Händler sind froh, daß Royal Nepal Airlines nicht mehr Europa anfliegt, da Nepali bspw. 30 bis 50 kg Schmuck unverzollt ausführen konnten, was den Markt für ordnungsgemäß verzollte und versteuerte Ware kaputtgemacht hat.

Trotz allem optimistisch und mit Zuversicht in die Zukunft blickend, beendete der deutsche Botschafter Diskussion und Tagung mit der Feststellung, daß das nepalische Volk bisher viel Geschick in der Lösung aussichtsloser Situationen bewiesen hat, man braucht sich da nur die hoffnungslos erscheinenden Staus in den Straßen Kathmandus vor Augen zu führen. So werden sie sicherlich auch die momentan mitunter schwierige Lage des Landes in Griff bekommen. Insgesamt bewertete der deutsche Botschafter das Treffen als sehr positiv sowie überzeugend und sagte deshalb bereits seine Teilnahme im kommenden Jahr am ?NGO-Treffen Nepal 2002? zu.